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Zwei Kanonen in Liga 8: Hoffmann zieht mit Gara Ali gleich



Kuriosum in der 8. Liga: Im Kampf um “die Torjägerkanone ™ für alle” herrscht Gleichstand. Mit einem Achterpack am letzten Spieltag zog Kai Hoffmann vom ESC Preußen 02 auf der Zielgeraden mit Achraf Gara Ali gleich.

Ebnete sich den Weg zur Kanone mit einem Achterpack im letzten Spiel: Kai Hoffmann


Ebnete sich den Weg zur Kanone mit einem Achterpack im letzten Spiel: Kai Hoffmann

privat

Die Torjägerkanone™ für alle


Lange sah es in den 8. Ligen danach aus, als würde Achraf Gara Ali das Rennen um “die Torjägerkanone™ für alle” problemlos für sich entscheiden. Mit 56 Treffern nach 34 Spielen hatte die Tormaschine des FC Kalbach stolze acht Tore Vorsprung auf einen seiner engsten Verfolger Kai Hoffmann vom Essener SC Preußen 02.


Dass solch ein Polster im niederklassigen Amateurfußball aber in Nullkommanichts verpuffen kann, hat die jüngste Vergangenheit nun zum wiederholten Male bewiesen. Nachdem erst kürzlich Leon Schwandt vom Elftligisten BVH Dorsten II im Rennen um die Kanone einen Zehn-Tore-Rückstand in einem Spiel aufgeholt hatte, gelang auch Hoffmann am vergangenen Wochenende das scheinbar Unmögliche.


Mit einem Achterpack beim 18:0 gegen die SG Schönebeck III pulverisierte er Gara Alis Acht-Tore-Vorsprung und katapultierte sich damit auf den ersten Platz der achten Ligen, den er sich nun mit Kalbachs Torgaranten teilt. Die Konsequenz? Beide Spieler erhalten eine Torjägerkanone, die Ende September im Rahmen der Nations-League-Partie zwischen Deutschland und Ungarn in Leipzig vergeben wird.


Die vier Tore packst du auch noch, dachte ich mir.


Kai Hoffmann (30) nach seinem Viererpack zur Pause


Über weite Strecken der Saison hatte es Hoffmann, der hauptberuflich als Postbote unterwegs ist, dabei eigentlich gar nicht auf die Kanone abgesehen. “Das erste Mal hörte ich von der Kanone etwa zur Saisonhälfte. Damals meinte ich zu meinem Trainer, dass ich in die Top-Five möchte”, gibt der 30-Jährige zu. Nach vier Toren im ersten Durchgang gegen die SG Schönebeck am letzten Spieltag war Hoffman dieses Etappenziel schon so gut wie sicher.


Doch warum mit Krümeln zufriedengeben, wenn man den ganzen Kuchen haben kann? Plötzlich war die innere Gier des Torjägers geweckt. “Die vier Tore packst du auch noch, dachte ich mir.” Gesagt, getan: Nach dem Seitenwechsel knüpfte Hoffmann genau dort an, wo er in Durchgang eins aufgehört hatte und ließ vier weitere Treffer folgen. Nach 34 Spielen stehen der ESC-Angreifer und Gara Ali nun beide bei 56 Treffern und teilen sich den ersten Platz. “Damit hatte wohl niemand gerechnet”, resümiert Hoffmann.


Dieser Titel war zweifelsohne keine Einzelleistung.


Kai Hoffmann (30) bedankt sich bei seinen Mitspielern


Dass er im September nun tatsächlich seine eigene Torjägerkanone erhält, ist für Hoffmann schwer in Worte zu fassen. Bei wem er sich bedanken muss, ist für ihn aber schnell klar. “Dieser Titel war zweifelsohne keine Einzelleistung. Ich hatte viele gute Mitspieler, die mir das Toreschießen erleichtert haben.” Sogar sein Sturmpartner Patrizio Benvenuti, der am vergangenen Wochenende selbst sieben Tore erzielt hatte, anstatt seinem Kollegen den Weg zur Kanone zu ebnen, hätte Hoffmann in der laufenden Saison “viele, viele Tore vorbereitet.”


Einen Platz in seiner Wohnung hat Hoffmann unterdessen auch schon für die Kanone gefunden. “Die Kanone wird in meinem Wohnzimmer in eine Glasvitrine kommen. Das muss ich zwar erst noch mit meiner Freundin besprechen. Bei solch einer einzigartigen Trophäe sollte das aber kein Problem sein”, erklärt Hoffmann mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Oberligist klopft an


Dass ein 56-Tore-Mann auch das Interesse höherklassiger Vereine weckt, ist nicht sonderlich überraschend. “Nach unserer Mannschaftsfahrt nach Mallorca – kein besonders guter Zeitpunkt übrigens – darf ich zum Sichtungstraining des FC Kray.” Für Hoffmann, dessen höchste Ligaerfahrung bisher nur bis zur Bezirksliga reicht, wäre das natürlich ein verlockendes Angebot.


Dennoch ist sich der Stürmer noch nicht sicher, wie er seine Zukunft gestalten möchte. “Da muss ich mir natürlich meine Gedanken machen. Oberliga zu spielen ist eine Riesenchance, andererseits weiß ich nicht, ob ich den ganzen Trubel drumherum über mich ergehen lassen will”, so Hoffmann. Zudem ist der 30-Jährige bei seinem aktuellen Verein glücklich. Mehr als in dieser Saison habe er noch nie gewonnen – neben der Kanone und seinem persönlichen Torrekord feierte er mit dem ESC Preußen am letzten Spieltag auch die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga. “Es passt von vorne bis hinten und ich fühle mich gut aufgehoben.”



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