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“Wirklich unglaublich”: Mourinho fühlt sich als echter Römer



José Mourinho steht für Titel und Marken. Das hat sich auch an diesem Mittwochabend im ersten Conference-League-Finale gezeigt. Und daran, dass “The Special One” Italien auch etwas Spezielles zurückgebracht hat.

Stolz wie Bolle: José Mourinho strahlt über beide Wangen mit den Händen am neuen Conference-League-Pokal.


Stolz wie Bolle: José Mourinho strahlt über beide Wangen mit den Händen am neuen Conference-League-Pokal.

Getty Images


Italiens Trainerlegende Giovanni Trapattoni ist für lange Zeit der allein auf Europas Landkarte erfolgreichste Trainer gewesen – mit fünf Titeln (unter anderem den Europapokal der Landesmeister mit Juventus im Jahr 1985). Bis jetzt, bis José Mourinho.


Der vor knapp einem Jahr nach Italien zurückgekehrte “Special One”, der in seiner über 20-jährigen äußerst erfolgreichen Laufbahn schon zweimal die Champions League mit Porto und Inter, den UEFA-Cup mit Porto sowie die Europa League mit ManUnited gewonnen hat, hat sich mit einem knappen 1:0 über Feyenoord Rotterdam mit seinem neuen Traditionsklub AS Rom auch den Titel in der neu gegründeten Conference League gesichert.


Klar, dass “Mou” das auch selbst kurz nach Schlusspfiff realisiert – und deswegen in manch eine Fotokamera die rechte Hand mit fünf ausgestreckten Fingern als Zeichen seiner Errungenschaft gereckt hat.

Für Mourinho ist das “etwas Unvergessliches”


Vielmehr aber hat sich Mourinho einmal mehr menschlich und hochemotional berührt gezeigt – wie schon nach dem Roma-Erfolg im Halbfinale über Leicester City. Die Tränen sind geflossen in einem ruhigen, einsamen Moment auf dem Rasen im albanischen Tirana bei noch immer über 20 Grad Celsius um kurz vor Mitternacht.


Und warum? Das hat der 59-Jährige im folgenden Interview mit “Sky Sport Italia” ausgiebig ausgeführt: “Viele Dinge gehen mir im Moment durch den Kopf … Das Großartige an meiner Karriere ist, dass ich es in der Europa League mit ManUnited, mit Porto (UEFA-Cup; Anm. d. Red.) und in der Champions League mit Real als auch mit Porto geschafft habe. Aber das hier mit der Roma ist wirklich sehr, sehr, sehr besonders. Denn es ist eine Sache zu gewinnen, wenn jeder auch den Erfolg erwartet. Doch es ist etwas anders, wenn du etwas Besonderes schaffst, etwas Unvergessliches.”


Und dieser vor der Saison vielleicht nicht greifbare und nicht direkt erwartete Erfolg für die Römer sei etwas – zumal die Giallorossi auf europäischer Bühne seit dem Messestädtepokal 1961 (Vorläufer des UEFA-Pokals) nichts mehr gerissen haben.

“Ich will nur bei der Roma bleiben”


Aufgrund seines persönlichen Erfolgs mit dem fünften europäischen Titel im fünften europäischen Finale denke Mourinho in diesen Augenblicken zwar auch “an mich selbst” – und doch: “Über allem stehen die Roma-Fans, die heute feiern können und diese Nacht hoffentlich nie vergessen.”

José Mourinho will Trainer der Roma bleiben.


1, 2, 3, 4, 5: José Mourinho hat noch einmal nachgezählt und seine europäischen Titel angezeigt.
IMAGO/ANP



Als einen von diesen Fans sieht sich Mourinho inzwischen auch selbst: “Ich fühle mich absolut als Romanista. Ich bin natürlich auch Porto-Fan, Inter-Fan, Chelsea-Fan, ein verrückter Anhänger von Real Madrid – doch jetzt bin ich Roma-Fan. Ich gehöre zu all diesen Klubs, doch bei allem Respekt für die anderen Klubs, für die ich gearbeitet habe: Ich bin zu 100 Prozent Romanista, weil diese Fans unglaublich sind.”


Ich werde jetzt erst einmal in den Urlaub gehen, mich auf eine Bank setzen und über all das nachdenken.



Gerüchte, “The Special One” könne die AS Roma nach nur einem Jahr wieder verlassen, lassen ihn dabei kalt: “Ich bleibe, daran gibt es keine Zweifel. Selbst wenn Gerüchte aufkommen … ich will nur bei der Roma bleiben.” Man könne schließlich auf dieses fantastische Team und diesen Erfolg aufbauen: “Wir müssen uns nur hinsetzen und ausarbeiten, was der Plan für die nächste Saison sein soll.”


Doch das ist aktuell noch ein gutes Stück entfernt: Vorerst gelte für Mourinho, den Moment zu genießen – und die etwas ruhigeren Tage: “Ich werde jetzt erst einmal in den Urlaub gehen, mich auf eine Bank setzen und über all das nachdenken. Das alles ist und bleibt Teil der Roma-Geschichte – und meiner eigenen. Ich wurde daran erinnert, dass nur ich, Sir Alex (United-Legende Ferguson; Anm. d. Red.) und Trapattoni in drei verschiedenen Jahrzehnten europäische Titel errungen haben.” Mit einem Schmunzeln hat Mourinho dabei angeschlossen: “Das macht mich ein bisschen alt, aber es ist auch etwas sehr Schönes für meine Karriere.”


Wie das hier: Ein italienischer Klub auf einem europöischen Thron? Das hat es zuletzt 2010 gegeben, als Inter Mailand im Champions-League-Finale mit einem 2:0 über dem FC Bayern sogar das Triple gewonnen hat. Trainer damals wie heute: José Mourinho.



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