Sports

Krieg in der Ukraine | Dolgopolov: Bereit, auf “russische Angreifer zu schießen”



Alexandr Dolgopolov gewann während seiner Karriere drei Titel auf der ATP-Tour, stand 2011 im Viertelfinale der Australian Open und schnupperte im Januar 2012 als 13. der Weltrangliste sogar an den Top 10 – Ereignisse, die kaum weiter vom dem entfernt seien könnten, was der ehemalige Tennis-Star aktuell erlebt.

Der Ukrainer, der seine Karriere 2021 beendete, verteidigt derzeit sein Heimatland gegen den vom russischen Machthaber Vladimir Putin initiierten Angriffskrieg. In zwei Interviews hat Dolgopolov nun beschrieben, wie sein Leben aktuell aussieht.

“Ich habe in der Türkei eine Woche lang Schießen gelernt, weil ich vorher noch nie eine Waffe angerührt hatte. Ein ehemaliger Soldat brachte es mir bei. Ich kann jetzt mit einer Pistole umgehen und präzise auf ein Ziel schießen”, wird der 33-Jährige von der französischen “L’Équipe” zitiert. “Ich bin bereit, auf die russischen Angreifer zu schießen”, ergänzt Dolgopolov.

In der Türkei hielt sich Dolgopolov zuvor auf, weil er seine Mutter und seine Familie nach dem Ausbruch des Krieges dort in Sicherheit gebracht hatte. Dass er selbst in die Ukraine zurückkehren würde, stand für den Mann aus Kiev schnell außer Frage. “Es war keine schwierige Entscheidung. Ich habe gesehen, dass mein Land Hilfe braucht, ich habe gesehen, wie sich unsere Regierung wehrt. Unser Präsident ist hier, viele berühmte Menschen sind hier … auch ich musste dort sein.”

Nach einigen Tagen hätte er es schlicht nicht mehr ausgehalten, die Verbrechen aus der Ferne in den Nachrichten zu beobachten.

Prominente Menschen mit wichtiger Rolle im Krieg

Dass er sich plötzlich dazu gezwungen sieht, zur Waffe zu greifen, begründet der einstige Tennis-Star in dem brutalen Vorgehen der russischen Aggressoren. “Ich kenne Freunde, deren gesamte Familie ausgelöscht wurde! Sie töten unsere Kinder, sie töten unsere Frauen.” Mit dem “normalen Leben” hat das fürchterliche Geschehen natürlich nichts zu tun, “aber das hier ist Krieg. Wenn du nicht schießt, wirst du getötet, führt Dolgopolov gegenüber “L’Équipe” aus.

Auch ohne  tiefgreifende militärische Ausbildung ist Dolgopolov zudem der Ansicht, dass er eine wichtige Rolle spielen kann.

“Wenn jeder das Land, seine Heimat verlässt und eine leere Stadt zurückbleibt, die nur aus Soldaten besteht – woher soll dann die Motivation kommen, bis zum Ende zu kämpfen? Ich glaube, es ist wichtig, dass prominente Menschen zeigen, dass die ukrainische Bevölkerung die Armee unterstützt, auch wenn sie nicht in der ersten Reihe kämpft. Geld auftreiben, in den Medien sprechen, Lebensmittel und Medizin beschaffen – was immer jemand tun kann, ist hilfreich”, erklärt Dolgopolov dem TV-Sender “Eurosport“, dem er ebenfalls Rede und Antwort stand.

Mut allein wird allerdings nicht ausreichen, um die  Lage der Ukraine zu verbessern. Auch das vom Westen fordert.





Source hyperlink

Leave a Reply

Your email address will not be published.