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Fußball, DFB-Pokal: Leipzig feiert den Pokalsieg, Freiburg will die Werte bewahren – DFB-Pokal – Fußball


Forsberg vergießt Tränen

In den 120 Minuten davor trotzte RB vielen Widerständen, steckte den Rückstand durch Maximilian Eggestein (19.) inklusive Handspiel-Zoff sowie die Rote Karte für Marcel Halstenberg (57., Notbremse) mit Bravour weg – und glich durch Christopher Nkunku (76.) aus.

Später sah auch noch der bereits ausgewechselte Kampl (118.) wegen Reklamierens Gelb-Rot, was nur eine Randnotiz blieb. Denn als im Elfer-Krimi erst Freiburgs Christian Günter über das Tor und dann auch Ermedin Demirovic an die Latte schoss, brachen bei RB alle Dämme. “Ich weine normalerweise nicht, aber als sie den letzten Elfmeter verschossen haben, habe ich einfach nur geweint vor Emotionen”, sagte Emil Forsberg.

Streich enttäuscht und dankbar

Große Gefühle verspürten auch die Verlierer des Abends: Die Medaille hatte sich Christian Streich längst vom Hals gerissen, den schweren Gang am goldenen Pokal vorbei hinter sich gebracht – da stapfte der Trainer des SC Freiburg noch einmal ganz alleine vor die rote Wand im Berliner Olympiastadion.

Voller Dankbarkeit für eine besondere DFB-Pokalreise warf er den über 30.000 mitgereisten Fans im Berliner Olympiastadion Kusshände zu, zog seinen imaginären Hut – und verneigte sich gleich mehrmals. Selbst ein kurzes Lächeln huschte dabei wieder über sein Gesicht.

Obwohl der große Traum vom ersten Titel mit seinem Herzensverein platzte, wirkte Streich gefasst. Er schaffe es noch nicht, sich zu ärgern. Am Sonntag aber werde es “brutal wehtun, übermorgen nochmal mehr, heute nicht”, betonte Streich, die Fans seien “dankbar, die Mannschaft leistet Unglaubliches”.

Streich möchte das Klubgefühl bewahren

Diesen Zusammenhalt, diese Einzigartigkeit seines Klubs aus dem beschaulichen Breisgau, das vertraute Umfeld – all diese Dinge hob Streich im Moment der Niederlage noch einmal hervor. “Wie sich die Fans aufgeführt haben in der Stadt – 30 000 und total friedlich. Wenn du dir das bewahren könntest in diesem Verein, wir wachsen natürlich brutal, das wäre mein größter Wunsch”, sagte der 56-Jährige: “Da verzichte ich gerne auf einen Pokalsieg – auch wenn es schwerfällt.”

Von seiner Frau, so verriet Streich, erfuhr er von der Begeisterung der Fans rund um das erste Pokalfinale des Klubs. Sie habe ihm gesagt, “was in den Sonderzügen war, welche Leute sich nach zehn, zwölf Jahren wieder getroffen haben”, sagte der SC-Coach: “Es geht nur darum, dass das passiert ist. Es war so toll, was hier alles abgegangen ist.”

Am Sonntagabend solle noch eine Feier mit den Fans in Freiburg und der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt folgen.



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