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Freiburgs Talente: Ein Durchstarter, fünf brauchen Geduld



Im Sommer beförderte der SC Freiburg sechs Nachwuchsspieler offiziell in den Profi-Kader von Trainer Christian Streich. Seitdem verlief die Entwicklung der Talente unterschiedlich. Sportdirektor Klemens Hartenbach glaubt weiter an das Potenzial des Sextetts.

Der eine begeisterte bei der U 23, der andere schon bei den Profis: Die Freiburger Talente Noah Atubolu (li.) und Kevin Schade.


Der eine begeisterte bei der U 23, der andere schon bei den Profis: Die Freiburger Talente Noah Atubolu (li.) und Kevin Schade.

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Die Transferaktivitäten des SC Freiburg hielten sich in der Sommerpause in Grenzen: Abgesehen von Baptiste Santamarias Rückkehr nach Frankreich zum FC Nantes und der Verpflichtung von Maximilian Eggestein von Werder Bremen als Reaktion darauf, passierte im Kader wenig. 


Umso mehr stach deswegen die Beförderung von gleich sechs Spielern aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader heraus. Zwar hatten einige Talente bereits beim Bundesliga-Team von Trainer Christian Streich mittrainiert, seit Juli gehören sie nun aber fest zur ersten Mannschaft.


Klar: “Bei keinem ist der Entwicklungsprozess abgeschlossen”, betont Sportdirektor Klemens Hartenbach. Ein mehrköpfiges Team rund um die Cheftrainer der ersten und zweiten Mannschaft in der Bundesliga und der 3. Liga schaut genau auf die Fortschritte der Youngster, die auch bei der U 23 Spielpraxis sammeln sollen.


Noah Weißhaupt: Der 20 Jahre alte Außenbahnspieler steckt vielleicht in der kompliziertesten Lage. “Er ist hochtalentiert und technisch stark”, lobt Hartenbach, der eine “total gute Entwicklung” sieht. Nur spiegele sich das noch nicht in Spielzeiten wider. Das sei aber nur eine Frage der Zeit. Immerhin: Beim 1:1 gegen den 1. FC Köln Anfang September lieferte Weißhaupt die Vorlage zum Ausgleich. Insgesamt stehen vier Kurzeinsätze in der Bundesliga und im DFB-Pokal drei Partien von Beginn an bei der Freiburger U 23 in der 3. Liga gegenüber. “Wir alle sehen seine Entwicklung”, betont Hartenbach.


Kevin Schade: Er ist der Durchstarter des Sextetts. Der 20-Jährige besticht im Angriff mit Tempo und Torgefahr, inzwischen auch bei der U-21-Nationalmannschaft. Dort traf er bei seinem Debüt gegen Israel (3:2) Anfang Oktober gleich per Kopf zum 2:2. “Bei ihm ist es sehr erfreulich. Unsere Art zu spielen kommt seinen Stärken entgegen”, sagt Hartenbach. Fünfmal stellte ihn Streich bereits in der Startelf auf, neunmal kam er nach der Halbzeit ins Spiel. Dabei sprangen sogar zwei Tore und eine Vorlage heraus.


Kiliann Sildillia: Der 19 Jahre alte Franzose half zehnmal bei der U 23 mit, durfte aber immerhin auch einmal bei den Profis von Beginn an sein Können zeigen. Der Verteidiger überzeugte gegen RB Leipzig (1:1) auf der Position rechts in der Viererkette durchaus (kicker-Note 3). Danach war er aber trotz des Ausfalls von Rechtsverteidiger Jonathan Schmid außen vor. “Natürlich muss auch er noch das eine oder andere lernen, aber Kiliann ist hochtalentiert”, bekräftigt Hartenbach. In der Abwehr sei die Lage nicht einfach, zuletzt wechselte deswegen auch Innenverteidiger Dominique Heintz zu Union Berlin. “Er muss Geduld aufbringen, um sich durchzusetzen”, sagt der SC-Manager. “Ich habe da aber keine Bedenken.”


Kimberly Ezekwem: Der 20 Jahre alte Defensivspieler ist als Back-up von Linksverteidiger Christian Günter vorgesehen und soll hinter dem Dauerbrenner und Nationalspieler reifen. “In ihm schlummert viel”, sagt Hartenbach, man habe bewusst keinen weiteren Günter-Ersatz geholt, weil man Ezekwem “großes Vertrauen” entgegenbringe. Bislang stoppten ihn allerdings einige Verletzungen. Immerhin reichte es in der U 23 zu fünf Einsätzen, drei davon jüngst im Dezember.


Noah Atubolu: Der gebürtige Freiburger steht meist beim Drittliga-Team im Tor. Atubolu absolvierte 17 der 20 Pflichtspiele der U 23 als Nummer 1 und ist die Nummer 3 bei den Profis, in der Rangfolge hinter Mark Flekken und Benjamin Uphoff. “Noah trauen wir zu, eines Tages der nächste Torhüter zu sein, der den ganz großen Schritt aus der Fußballschule heraus schafft”, glaubt Hartenbach.


Nishan Burkart: Bei den Profis spielte der 21 Jahre alte Schweizer bislang trotz vier Nominierungen für den Spieltagskader keine Rolle und auch für die U 23 sprang bei zehn Einsätzen “nur” ein Elfmeter-Tor heraus. “Ihm selbst gehen die Fortschritte noch nicht schnell genug. Da muss er ruhiger werden und auch kleine Fortschritte wertschätzen”, sagt Hartenbach und zeigt sich optimistisch: “Wir sehen aber auch die kleinen Dinge, die sich kontinuierlich bei ihm verbessern.”



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