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Formel 1 | “Wirklich frustrierend”: Nächster Tiefpunkt für Lewis Hamilton



Ab Runde 20 saß Lewis Hamilton fest im Grand Prix der Emilia-Romagna 2022 in Imola. Dann sah er nur noch eines für den Rest des vierten Formel-1-Saisonrennens: das Heck von Pierre Gasly im AlphaTauri AT03. Denn nichts ging mehr für Hamilton in seinem Mercedes W13. “Es war wirklich frustrierend”, meint Hamilton selbst nach dem Rennen. “Ich wollte doch einfach nur nach vorne.” Doch das gelang nicht.

Von der 22. Runde an hing Hamilton Gasly direkt im Getriebe, hatte bloß in zwei Runden einen größeren Rückstand als eine Sekunde, schaffte aber selbst mit dem verstellbaren Heckflügel (DRS) keinen ernsthaften Überholversuch.

Er sah auf der Strecke schließlich nach 63 Runden das Ziel auf Position 14, profitierte noch von einer Zeitstrafe gegen Esteban Ocon von Alpine, um schließlich auf P13 gewertet zu werden, außerhalb der Punkte.

Was ihn daran gehindert habe, Gasly zu überholen, wird Hamilton nach dem Rennen gefragt. Seine Antwort fällt kurz und knapp aus: “Ich weiß es eigentlich nicht. Ich war nur einfach nicht nahe genug dran zum Überholen.”

Weil auch Gasly direkt vor ihm den Heckflügel flachstellen konnte, weil Gasly wiederum im DRS-Fenster hinter Alexander Albon im Williams hing, verpuffte der DRS-Effekt bei Hamilton wiederholt. “Ich hing da heute einfach drin”, sagt Mercedes-Fahrer Hamilton enttäuscht. Sehr viel mehr sagt er dazu nicht.

Wolff: “Wir kämpfen uns hier raus!”

Dafür meldet sich Teamchef Toto Wolff zu Wort, am Funk, kurz nach Rennende. Er wendet sich direkt an seinen Starfahrer Hamilton: “Lewis, hi. Entschuldigung für das, was du heute fahren musstest. Ich weiß, [das Auto] ist unfahrbar und am Ende steht kein Ergebnis, das wir verdienen. Es geht weiter, aber das war ein schreckliches Rennen.”



Es vergehen ein paar Sekunden, dann antwortet Hamilton: “Ja, kein Problem, Toto.” Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: “Lass uns weiter hart arbeiten.” Das greift Wolff sofort auf und meint: “Ja, das machen wir. Wir kämpfen uns hier raus!”

Doch die Frage nach dem Wie kann Hamilton bislang nicht beantworten. Nach dem Rennen zeigt er sich ratlos: “Ich weiß gar nicht richtig, was ich sagen soll. Es ist definitiv nicht einfach. Aber wir alle spüren es als ein Team. Alle sind konzentriert und versuchen ihr Bestes. Es gibt niemanden, der aufgibt. Wir alle wollen so schnell wie möglich Fortschritte machen.”

“Immerhin”, so bemerkt Hamilton, “hat George [Russell] heute Punkte geholt für Mercedes. Daher Entschuldigung, dass ich es nicht ebenso geschafft habe.”

Russell gibt bessere Figur ab

Tatsächlich hat Russell in Imola die weitaus bessere Figur abgegeben bei den Silberpfeilen: Von Startplatz elf kommend stürmte er gleich in der ersten Runde vor auf P6, überholte später Kevin Magnussen im Haas und profitierte am Ende vom Dreher bei Ferrari-Mann Charles Leclerc, um zum zweiten Mal in diesem Jahr einen vierten Platz zu erzielen.

Hamilton wiederum startete von P14, lag am Ende der ersten Runde auf P12, conflict zeitweise Elfter und fiel dann erneut zurück.

Ob Russell schlicht besser zurechtkomme mit dem Mercedes W13, wird Teamchef Wolff gefragt. Er verneint und sagt bei “Sky”: “Das sehe ich ganz und gar nicht so.” Hamilton seien im Grand Prix die Hände gebunden gewesen. “Wenn du natürlich da hinten eingeloggt bist, und das ist ja George [im Sprint] auch passiert, dann kommst du einfach nicht mehr vorwärts.”

Mercedes mit Gesamtergebnis unzufrieden

Das Gesamtergebnis falle daher unbefriedigend aus, trotz P4 von Russell. Es sei “beides nicht gut”, meint Wolff und fügt hinzu: “Das Highlight ist definitiv Georges Fahrt gewesen. Nach einem wirklich guten Start hat er sich vorne wacker geschlagen. Platz vier war [aber] auch nur, weil Leclerc und Sainz gestrandet sind, und deswegen muss man das ganz realistisch sehen.”

Hamilton jedenfalls wirkt niedergeschlagen und meint, er könne “nicht sagen, dass ich mich derzeit wirklich [auf das nächste Rennen in Miami] freue. Ich bin mir aber sicher: Nächste Woche bin ich schon wieder positiv eingestellt.” Er reise alsbald zurück nach England, um schon am Montag mit den Ingenieuren darüber zu beraten, “was wir verbessern können”, so Hamilton.

Nach der dritten teaminternen Niederlage in Folge gegen Russell belegt Hamilton den siebten Platz in der Formel-1-Fahrerwertung, mit deutlichem Abstand auf den Teamkollegen. In der Konstrukteurswertung steht Mercedes nach dem vierten Saisonlauf auf P3 hinter Ferrari und Red Bull.





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