Der Krieg in der Ukraine hat in den vergangenen Tagen bereits mehrere Sanktionen gegen Russland nach sich gezogen. Am Dienstagabend reagierte nun auch der Automobilweltverband FIA nach einer Sondersitzung des Motorsport-Weltrats. Unter der Leitung des neuen FIA-Präsidenten Mohammed Ben Sulayem beschlossen die Mitglieder weitere Maßnahmen gegen Russland und Weißrussland. Zudem verurteilte der Präsident den Angriff auf die Ukraine in seiner Eröffnungsrede aufs Schärfste.

In Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees genehmigte der Weltrat gleich mehrere Maßnahmen. So dürfen bis auf Weiteres keine von der FIA sanktionierten Wettkämpfe mehr auf russischem oder weißrussischem Boden ausgetragen werden. Gleichzeitig dürfen die Flaggen und Nationalhymnen beider Länder nicht mehr bei FIA-Wettbewerben verwendet werden. Fahrer aus diesen beiden Ländern müssen unter der neutralen FIA Flagge teilnehmen. Russische und weißrussische Nationalteams dürfen vorerst nicht mehr antreten, z.B. bei den FIA Motorsport Games.


Damit steht fest: Nikita Mazepin darf rein theoretisch unter der neutralen FIA Flagge in der kommenden Formel-1-Saison für Haas antreten. Sein Team wollte nach der Bekanntgabe der Entscheidung zu diesem Zeitpunkt noch keinen Kommentar abgeben. Sicher ist die Teilnahme von Mazepin damit noch nicht. Noch muss das Team die Situation mit seinem Titel-Partner Uralkali klären, der für das Cockpit bezahlt.

Von der FIA gewählte Offizielle und Komitee-Mitglieder müssen ihre Funktion vorübergehend niederlegen und von ihren Ämtern zurücktreten. FIA-Mitglieder aus den beiden besagten Ländern erhalten zudem keine Förderungen mehr, bereits bestehende Ansprüche werden ausgesetzt.


Der Große Preis von Russland im Rahmen der Formel 1 Weltmeisterschaft wurde bereits am vergangenen Freitag vom Rechteinhaber abgesagt. Die FIA bestätigte diese Maßnahme nun erneut und gab als Grund höhere Gewalt an. Gleiches gilt für die Läufe in anderen Rennserien wie der Formel 2, der WTCR und dem internationalen Drift Cup.