Sports

Dorschs Dilemma: Augsburgs bester Spieler musste als Erster vom Feld | kicker



Niklas Dorsch hatten großen Anteil daran, dass sich Borussia Dortmund in Augsburg so schwer getan hat. Aus taktischen Gründen holte Trainer Weinzierl den Sechser nach einer Gelben Karte dennoch vorzeitig vom Feld – nicht nur, um eine drohende Unterzahl gegen den BVB zu vermeiden.

Augsburgs Niklas Dorsch ging entschlossen und körperbetont in die Zweikämpfe.


Augsburgs Niklas Dorsch ging entschlossen und körperbetont in die Zweikämpfe.

imago images/Michael Weber


Wohl kaum ein Dortmunder Offensivspieler ging am Sonntagabend vom Rasen, ohne Bekanntschaft mit Dorsch gemacht zu haben. Immer wieder rauschte Augsburgs zentraler Mittelfeldspieler entschlossen und körperbetont in die Zweikämpfe. Der 24-Jährige räumte vor der neu formierten Abwehrkette zahlreiche Bälle und manchen Gegenspieler resolut ab. Genau wegen solcher Auftritte haben sie den U-21-Europameister im vergangenen Sommer aus Gent an den Lech gelotst. Doch viel zu selten spielte er seine Qualitäten in dieser Saison so aus.


Nicht nur gegen den Ball wusste Dorsch zu überzeugen, genauso als Ballverteiler im Spielaufbau. Der ansatzlose und aus dem Stand geschlagene Flugball über 50 Meter in den Lauf von Ruben Vargas, dem sich letztlich noch Emre Can auf dem Tor in Richtung Dortmunder Tor in den Weg stellen konnte, war kurz vor der Pause nur das imposanteste von vielen Beispielen. In dieser Form ist Dorsch beim FCA nicht zu ersetzen – ausgerechnet im kommenden Duell beim zwei Punkte besseren Tabellennachbarn Arminia Bielefeld muss Markus Weinzierl genau das aber tun.

Weinzierl wollte “doppelte Sperre” vermeiden


Für ein Foulspiel an Donyell Malen sah Dorsch kurz nach Wiederanpfiff die Gelbe Karte. “Jeder hat gesehen, dass er danach noch ein kleines Foul gemacht hat. Wenn du gegen Dortmund zu zehnt bist, wird es total schwer. Das wollte ich unbedingt vermeiden”, erklärte Weinzierl die Auswechselung seines besten Feldspielers an diesem Tag. “Noch dazu war es seine fünfte Gelbe Karte”, ergänzte der Trainer.


Das bedeutet: Gegen die Arminia ist Dorsch ohnehin gesperrt. Hätte er sich gegen die Borussia die drohende Gelb-Rote Karte eingefangen, wäre das Ergebnis mit Blick auf das Gastspiel auf der Alm am Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) zwar das selbe gewesen. Sein Zählerstand bei den Gelben Karten wäre aber wieder zurück auf vier gesprungen und es hätte ihm bei der nächsten Gelben Karte in der finalen Saisonphase gleich eine weitere Spielpause gedroht. Das konnte so verhindert werden.

Gruezo überzeugt – “Der Zweikampf war ganz entscheidend”


Der erzwungene Wechsel hatte am Ende sogar noch etwas Gutes. Carlos Gruezo kam ins Spiel. Er übernahm nicht nur Dorschs Position, sondern auch dessen Spielweise. Die resolute Grätsche samt Ballgewinn des Ecuadorianers gegen Axel Witsel ermöglichte überhaupt erst den Spielzug, den Noah Joel Sarenren Bazee wenige Sekunden später zum 1:1-Ausgleichstreffer und Endstand abschloss. “Der Zweikampf war ganz entscheidend”, lobte Weinzierl seinen Joker. “Das sind die Kleinigkeiten, wo Spiele entschieden werden. Diese Gier, diese Leidenschaft, diese Zweikampfstärke brauchen wir.”


Für Gruezo ein Erfolgserlebnis zum rechten Zeitpunkt. Erst vergangene Woche beim 1:2 gegen Freiburg durfte der 26-Jährige nach monatelanger Zwangspause wieder ran. Zuerst waren Kniebeschwerden das Problem, dann der Trainingsrückstand, dann verpasste er eine wichtige Trainingswoche wegen Länderspielen mit seinem Heimatland. Doch in der knappen halben Stunde hat er überzeugt. Am Freitag wird sich die nächste Chance bieten. Die Frage, wer Dorsch ersetzen wird, muss sich Weinzierl wohl nicht mehr stellen.



Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published.

close