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Arroganz? Schlotterbeck: “Das war einfach schlecht”



92 Minuten hat Nico Schlotterbeck ein ansprechendes Länderspieldebüt hingelegt. Dann unterlief ihm eine Unachtsamkeit, doch den Vorwurf der Arroganz lässt er nicht gelten.

Kevin Trapp (Mitte) verhinderte, dass der Fehler von Nico Schlotterbeck (re.) ein Gegentor nach sich zog.


Kevin Trapp (Mitte) verhinderte, dass der Fehler von Nico Schlotterbeck (re.) ein Gegentor nach sich zog.

IMAGO/Contrast


Eigentlich verlief das erste Spiel im Dress der A-Nationalmannschaft nach Plan für Nico Schlotterbeck. Der Innenverteidiger, der beim 2:0-Sieg gegen Israel über die volle Distanz auf dem Platz stand, hatte gegen harmlose Israelis nur wenige defensive Aufgaben und konnte so seine Stärken im Aufbauspiel unter Beweis stellen: Immer wieder rückte er weit nach vorne auf und setzte den auffälligen David Raum auf der linken Außenbahn in Szene.


“Wir haben ganz gut verteidigt, standen hinten ganz gut”, sagte der 22-Jährige nach dem Freundschaftsspiel am ZDF-Mikrofon. Doch in der dritten Minute der Nachspielzeit unterlief Schlotterbeck doch noch eine Unachtsamkeit: Zu viel Zeit ließ er sich im eigenen Strafraum beim Abspiel, Yonatan Cohen pirschte sich heran und spitzte den Ball weg. Schlotterbeck traf nur noch den Fuß des Israelis und verursachte so den fälligen Strafstoß. DFB-Keeper Kevin Trapp sorgte jedoch dafür, dass der Fehler seines Teamkollegen ohne Folgen blieb und parierte den Schuss aus elf Metern.

Von Arroganz wollen weder Flick noch Schlotterbeck sprechen


Geärgert hat sich Schlotterbeck aber dennoch: “Das war einfach schlecht in der Situation”, so der Freiburger. Den Vorwurf der Arroganz, den ZDF-Experte Per Mertesacker kurz zuvor in den Raum gestellt hatte, wollte er aber nicht gelten lassen: “Würde ich nicht sagen. Das war eine Unkonzentriertheit, die mir nicht passieren darf”, so der Defensivspieler. “Ich muss mich bei Kevin bedanken, dass er den Elfmeter hält. So ist es noch ganz glimpflich für mich ausgegangen.”


Auch Bundestrainer Hansi Flick, der den achten Sieg im achten Spiel feierte, wollte nicht auf den Arroganz-Vorwurf eingehen: “Per, wie meinst du das?”, fragte er im Interview lachend. Er suchte die Ursache für den Fauxpas weniger in Überheblichkeit als vielmehr in mangelnder Konzentration: “Auf diesem Niveau muss man einfach 90 Minuten konzentriert sein. Man darf keine Fehler machen.” Der Coach lobte aber auch die Leistung seines Debütanten in den 92 Minuten davor: “Bis dahin hat er es gut gemacht.”


Immerhin konnte sich der bis dahin nahezu beschäftigungslose Trapp auszeichnen. Doch Flick richtete den Fokus in die Zukunft und warnte nach dem ersten Spiel im WM-Jahr 2022: “Bei einer Weltmeisterschaft kann so was in der 90. Minute tödlich sein.”



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