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Alpine will es Ferrari nachmachen


(Motorsport-Total.com) – In einem Interview mit der ‘Corriere dello Sport’ hat sich Renault-CEO Luca de Meo über die aktuelle Situation des Alpine-Formel-1-Teams geäußert und begrüßt den wahrscheinlichen Einstieg in die Formel 1 des Volkswagen-Konzerns mit Porsche und Audi.

Luca de Meo

Renault-Sport-Präsident Jérôme Stoll (hyperlinks) und Renault-CEO Luca de Meo (rechts) im Gespräch
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Mit dem Start des Alpine-Teams in die Formel-1-Saison 2022 zeigt er sich zufrieden, obwohl es noch zu früh sei, um Schlussfolgerungen zu ziehen: “Zunächst einmal besteht kein Zweifel daran, dass der neue Motor funktioniert.”

“Das Chassis und die Aerodynamik wurden auf bestehenden Konzepten weiterentwickelt, was bedeutet, dass wir möglicherweise einen größeren Entwicklungsspielraum haben als Teams, die extreme Ansätze gewählt haben”, erklärt de Meo.

Luca de Meo deutet an: Personalumstrukturierungen bei Alpine beendet

Doch auch außerhalb der Rennstrecke sieht der Renault-CEO viel Potenzial: “Wir haben jetzt mehr Ressourcen für die Entwicklung sowie eine besser strukturierte Organisation. Wir haben wichtige Persönlichkeiten wie Harman, Szafnauer, Famin und Pat Fry eingestellt oder innerhalb der Organisation neu eingesetzt.”

“Unser Ziel war es immer, ein homogenes Team aufzustellen und das hat uns zu Beginn noch etwas gefehlt. Ich dachte eigentlich, dass es ein Jahr dauern würde, um das in Ordnung zu bringen, aber wir haben nicht herumgealbert und den Plan verfolgt.”

Obwohl das Team mittlerweile unter der Alpine-Marke fährt, verbirgt sich darunter immer noch das Renault-Werksteam, welches 2016 zurück in die Formel 1 gekommen ist, um mit einem Fünf-Jahresplan erneut Weltmeister zu werden.

Keine Deadline für Kampf um die Weltmeisterschaft

Da das Team den damaligen Zeitplan schon längst überschritten hat und seit einigen Saisons auf der Stelle tritt, sind die Erwartungen an die Alpine-Führung nicht gerade klein: “Unser Ziel ist es, jeden in eine Position zu bringen, wo er bestmöglich arbeiten kann. Ich bin vorsichtig gegenüber denjenigen, die erklären, wann und wie man eine Weltmeisterschaft gewinnt”, entgegnet de Meo.

Ein Beispiel könnte sich Alpine an Ferrari nehmen, die in dieser Saison direkt vom vorderen Mittelfeld an die Spitze der Formel 1 zurückgekehrt sind. Laut de Meo ist die Auferstehung der Scuderia das Ergebnis von jahrelanger harter Arbeit mit einem genauen Plan.

“So funktioniert es einfach. Man verbringt zwei Jahre damit, Schritt für Schritt alle Teile zusammenzusetzen, und dann stehen die Sterne plötzlich günstig. Ferrari scheint auf diesem Weg zu sein. Bei Mercedes hat auch es funktioniert, aber sie haben von einem Regelwerk profitiert, das ihnen einen zweijährigen Vorsprung vor allen anderen verschaffte. Dies ist ein Extremsport, denn selbst die zwei Zehntel, die man beim Boxenstopp verliert, zählen.”

Renault-CEO wünscht sich noch mehr Konstrukteure

In Zukunft wird das Team aus Enstone noch weitere Konkurrenz mit großen Autoherstellern bekommen, da der Volkswagen-Konzern aller Voraussicht nach ab 2026 mit Porsche und Audi in die Formel 1 einsteigen wird.

“Sie sind herzlich willkommen, anders als jene, die nur Ersatzteile machen, denn dies hier ist die Universität des Rennsports”, sagt de Meo, der betont, dass die Formel 1 aus “echten Konstrukteuren” bestehen sollte.


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“Klar wäre es einfacher, sich gegen einen Ersatzteilhersteller durchzusetzen als gegen einen legendären Rennsporthersteller wie Porsche. Wir haben jedoch ein ausgewogenes Reglement gefunden, auf dessen Fundament wir das Image und das Prestige der Formel 1 stärken können”, so der Renault-CEO.

“Das Interesse ist wieder da, was ein klarer Beweis dafür ist, dass die Hersteller den Wert dieser Plattform erkennen, die Stefano Domenicali mit herausragenden Ergebnissen revolutioniert. Ich bin ein Romantiker und möchte daher sehen, wie die Ferraris, die Mercedes’, die Aston Martins und die Porsches gegeneinander antreten.”



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